17.05.2017
Jeanine Troehler
Marketing/Kommunikation
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Elektromobilität

Die Verbindung vom Elektrofahrzeug und der Immobilie

Marco Piffaretti forscht seit über 30 Jahren in der Praxis an den Chancen und Hindernissen von Elektrofahrzeugen. Sein Ziel ist es, den Stromkreislauf von Haus und Auto zusammen zu schliessen.

Experten aus der Elektromobilität, Stromerzeugung, Speicher- und Gebäudetechnik geben Einblick in den aktuellen Stand der Technik. In mehreren Beiträgen äussern sich die Referenten zu ihrer Sicht der Dinge. Hintergrund war unser Fachevent «Strom – vom Dach in den Tank» vom 6. April 2017 in Schötz.

Marco Piffaretti, Protoscar SA, Managing Director Protoscar

Marco Piffaretti, Protoscar SA, Managing Director Protoscar

Marco Piffaretti möchte Synergien zwischen PV-Anlagen von Immobilien, Elektrofahrzeugen und den Stromproduzenten durch eine direkte Verbindung erzielen. Sein System beinhaltet vier Komponenten:

  1. Die Photovoltaikanlage dient primär dazu, das Elektroauto zu laden, da Energie für Mobilität bisher den höchsten Kostenfaktor ausmacht.
  2. Überschüssiger Strom wird in Pufferspeichern gespeichert und für den Betrieb des Hauses verwendet.
  3. Dazu werden Batterien von Elektroautos im Second-Life eingesetzt.
  4. Falls immer noch überschüssige Energie produziert wird, wird diese optimiert durch eine Steuerung und ins Netz eingespeist. Dabei werden die Bedürfnisse der Energieversorgungsunternehmen bezüglich des Lastmanagements berücksichtigt.

 

Dadurch, dass die Speicheranlage, das Fahrzeug und das Energieversorungsunternehmen miteinander «kommunizieren» können, integriert SUN2WHEEL als erstes System Produktion und Konsum – und das auf Netzebene. In Rovio hat sich Marco Piffaretti letzten Herbst die erste SUN2WHEEL-Garage gebaut. Sie enthält einen Smart Controller zur intelligenten Verteilung des Stroms, eine Second-Life-Batterie eines Elektroautos zur Speicherung der Energie und eine Ladestation für Elektrofahrzeuge. Die Garagenbesitzer profitieren von grüner Energie, günstigerem Strom und damit einer schnelleren Amortisation und sind unabhängiger bei Stromausfällen. Aber auch die Energieversorgungsunternehmen profitieren: Sie können die Netzspitzen brechen, die Netzlast besser verteilen und sich Netzinvestitionen sparen.

Link-Icon Ratgeber für die Installation von Ladesystemen für Elektrofahrzeuge (Quelle: Protoscar, in Englisch)

Was sollen die Zuhörer mitnehmen?

 

Marco Piffaretti hat in einem Video festgehalten, welche Botschaft er den Zuhörern mitgeben möchte:

Er ist überzeugt, dass das Publikum heute sehr gut informiert ist – über die Möglichkeiten der Photovoltaik, Holzhäuser, die Elektromobilität, etc. Was jetzt noch fehlt, ist die Vernetzung von alle dem. Denn der am Mittag von der Photovoltaikanlage produzierte Strom kann zum Beispiel gespeichert und über Nacht an die Elektroautos weitergegeben werden. Diese Vernetzung und das Zusammenspiel der intelligenten Komponenten müssen wir verstehen und vor allem ein- und umsetzen.

10.05.2017
Jeanine Troehler
Marketing/Kommunikation
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Elektromobilität

CO2-Reduktion durch effiziente Fahrzeuge mit erneuerbaren Energiequellen

Dr. Brigitte Buchmann, EMPA, Departementsleiterin Mobilität, Energie und Umwelt, über die Wichtigkeit der CO2-Bilanz im Energiesystem.

Experten aus der Elektromobilität, Stromerzeugung, Speicher- und Gebäudetechnik geben Einblick in den aktuellen Stand der Technik. In mehreren Beiträgen äussern sich die Referenten zu ihrer Sicht der Dinge. Hintergrund war unser Fachevent «Strom – vom Dach in den Tank» vom 6. April 2017 in Schötz.

Dr. Brigitte Buchmann, EMPA, Departementsleiterin Mobilität, Energie und Umwelt

Dr. Brigitte Buchmann, EMPA, Departementsleiterin Mobilität, Energie und Umwelt

Dr. Brigitte Buchmann von der EMPA zeigte das CO2-Reduktionspotential der Elektromobilität auf. Sie schlägt drei Lösungsansätze vor, um erneuerbare Energiequellen besser zu nutzen:

  1. Energie speichern und später brauchen
  2. Energie in andere Energieträger umwandeln
  3. Die Nachfrage nach Energie so steuern, damit die Nachfrage das Angebot trifft.

Ein Aspekt ist ihr besonders wichtig: Auch die strombasierte Mobilität, seien das Elektro-, Wasserstofffahrzeuge oder Fahrzeuge mit synthetischen Treibstoffen, hat ihre Kehrseite. Sie führt zwar zu einer tieferen CO2-Belastung. Das Stromnetz wird dadurch aber stärker belastet. Eine Gesamtbetrachtung ist deshalb unerlässlich. Besonders in Bezug auf die Herkunft des Treibstoffs. Sie spielt in der Realität die grösste Rolle, wird in der CO2-Gesetzgebung aber heute nicht berücksichtigt. Die beste Lösung ist deshalb, nicht verwendete, erneuerbare Energie flexibel für die Mobilität zu nutzen.

Die Empa arbeitet in diesem Bereich mit Partnern aus Forschung, Wirtschaft und der öffentlichen Hand zusammen. Sie haben unter anderem den Future Mobility Demonstrator «move» entwickelt. Denn die Empa sieht eine grosse Chance in der Umwandlung erneuerbarer Elektrizität in CO2-arme und speicherbare Energieträger. Diese können Wasserstoff oder Methan sein und als Treibstoffe für den Individual- oder Güterverkehr dienen.

Was sollen die Zuhörer mitnehmen?

 

Dr. Brigitte Buchmann hat in einem Video ihre Botschaft ans Publikum zusammengefasst:

  1. Wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir alle an einem Strick ziehen. Das Energiesystem ist heute zu komplex, dass einzelne Akteure viel bewirken könnten. Alle Player müssen zusammenspielen.
  2. Und um energieeffizienter zu werden und erneuerbare Energiequellen besser zu nutzen, müssen wir unbedingt das Energiesystem und die CO2-Bilanz in ihrer Gesamtheit betrachten.
28.04.2017
Jeanine Troehler
Marketing/Kommunikation
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Energieeffizienz

Energieautarke Gebäude mit Batteriespeicher und Steuerung

Noah Heynen, CEO von Helion Solar, war selbst beteiligt am ersten energieautarken Mehrfamilienhaus der Schweiz. Obwohl er vom Konzept überzeugt ist, liegt ihm ein anderer Ansatz noch viel mehr am Herzen.

Experten aus der Elektromobilität, Stromerzeugung, Speicher- und Gebäudetechnik geben Einblick in den aktuellen Stand der Technik. In mehreren Beiträgen äussern sich die Referenten zu ihrer Sicht der Dinge. Hintergrund war unser Fachevent «Strom – vom Dach in den Tank» vom 6. April 2017 in Schötz.

Noah Heynen, CEO Helion Solar

Noah Heynen, CEO Helion Solar

Noah Heynen erläuterte Konzepte, wie heute und künftig Batteriespeicher und ein gute Steuerung ein energieautarkes Mehrfamilienhaus bedienen. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Photovoltaik und Stromspeicherung.

Intelligenter Stromverbrauch und smarte Speicherlösungen

Seine zwei Ansätze teilen sich in die Gebiete Stromverbrauch und -speicherung:

1. Stromverbrauch intelligent steuern mit...

a) ... Warmwasser aus Solarstrom: Hier ist die Kombination mit einem bestehenden Boiler oder einem neuen Wärmepumpen-Boiler möglich. Diese Variante ist wesentlich günstiger als Warmwasser aus Solarthermie. So kann mehr des selbst produzierten Stroms genutzt werden.

b) ... Heizen mit Solarstrom: Bei diesem Ansatz ist eine Kombination mit der Wärmepumpe oder einer Holzheizung ideal.

2. Strom speichern mit

a) ... dem E-Mobility Lösungsansatz: Mit Solarstrom können Elektroautos wirklich CO2-frei fahren. Das E-Mobil lädt sich mit dieser Lösung wann immer möglich automatisch mit dem eigenen Strom auf.

b) ... einer Speicherlösung: Auf dem aktuellen Markt gibt es Speichergrössen von 2 bis 16 kWh. Es handelt sich dabei um Grossspeicheranlagen, Brennstoffzellen, Wärmetanks oder Boiler.

Am Beispiel des ersten energieautarken Mehrfamilienhauses der Schweiz in Brütten hat Noah Heynen die verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt. Seine Hauptbotschaft: Es funktioniert! Allerdings findet er, dass das energieautarke Haus nicht zwingend die eine Lösung ist. Viel wichtiger ist die bessere, intelligentere Vernetzung von Stromproduzent und den privaten «Prosumern» (Producer von eigenem Strom und Consumer von Netzstrom).

Was sollen die Zuhörer mitnehmen?

Noah Heynen hat in einem Video zusammengefasst, was er seinen Zuhörern mit auf den Weg geben möchte:

  1. Der Strom aus der PV-Anlage ist günstiger als der Strom aus der Steckdose. Damit können Konsumenten etwas Gutes tun für Umwelt und Portemonnaie und sind unabhängig.
  2. Die neuen Speichermöglichkeiten und die Konnektivität sind unbegrenzt. Es kommt sehr viel Spannendes auf uns zu.