12.01.2016
Andreas Gräflein
Projektberater
Gebäudemodernisierung

Gebäude richtig erneuern (2/2)

Der erste Teil beschreibt den Weg von der Erstbeurteilung einer Bausubstanz und die Tragweite einer auf das Gebäude abgestimmten Strategie. Wird nicht nur in bestehenden Gebäuden, sondern in Gebäuden mit laufenden Betrieb umgebaut, braucht es Know-how der besonderen Art. Erfahren Sie, wieso der Holzbau hier seine Trümpfe ausspielt.

Bauen unter Betrieb

Bauen in belebten Quartieren und Städten, die unterschiedliche Qualität der vorhandenen Bausubstanz mit verschiedenen Baustilen und -techniken machen Gebäudeerneuerungen anspruchsvoll. Zudem werden die Bauarbeiten häufig ausgeführt, während Bewohner die Immobilie ganz oder teilweise weiter nutzen. Bauen unter Betrieb bedingt, die Ver- und Entsorgungssysteme im Wesentlichen während der Bauzeit aufrecht zu erhalten und die Immissionen für die Bewohner durch Staub und Lärm zu minimieren. Darüber hinaus erwarten die Bauherrschaften trotz der arbeitsintensiven Bauphase häufig extrem kurze Bauzeiten und das verbindliche Einhalten aller Zwischentermine. Je früher Fachleute in den Prozess einbezogen werden, desto detaillierter lassen sich die einzelnen Arbeitsabläufe definieren. Manchmal bietet sich auch ein etappenweises Sanieren oder Aufstocken an, denn Investitionen können dann auf mehrere Steuerperioden aufgeteilt werden. Die Etappierung birgt aber auch Risiken. Wer seine Liegenschaft schrittweise erneuert, muss vermeiden, dass die Gebäudenutzer sich auf einer permanenten Baustelle befinden. Bei etappenweisen Bauprojekten und beim Bauen unter Betrieb drängt sich die Holzbauweise auf. Durch die effiziente, vorgefertigte Trockenbauweise bleiben die Gebäude während der Bauphase praktisch immer nutz- bzw. bewohnbar.

Bauen unter Betrieb

Bauen unter Betrieb – Aufstockung bei der Heimstätte in Bärau

Vorteil Holzbau

Modernisieren mit dem Baustoff Holz schneidet sowohl in ökonomischer wie auch in städtebaulicher Hinsicht sehr gut ab. Dies liegt vor allem an der leichten Tragstruktur, der entsprechend geringen Masse und an der guten Kombinierbarkeit der bestehenden Bausubstanz mit Holz. Die Holzbauweise ist pro m² Wohnfläche um ein Viertel leichter als vergleichbare konventionelle Konstruktionen. Der Holzbau ermöglicht sowohl eine energetische Anpassung an neueste Standards (bspw. Minergie-P-Eco) als auch an veränderte Wohnbedürfnisse hinsichtlich Wohnungsgrössen und -ausstattung. Durch einen hohen Vorfertigungsgrad der verwendeten Holzbauelemente sind Bauarbeiten bereits nach kurzer Zeit abgeschlossen. So ist es machbar, auf einem vorgängig vorbereiteten Untergrund in ein bis zwei Tagen ein komplettes Geschoss aufzurichten und dieses bereits am Abend des dritten Tages wieder regendicht zu haben.

Vorteil Holzsystembau beim Modernisieren

Rekordverdächtige Montagezeiten und das bei geringen Bauimmissionen

Nachhaltiger Betrieb der Immobilie

Mit der Schlüsselübergabe beginnt die letzte und entscheidende Phase: Die Nachbetreuung der Investoren und Nutzer. Energieeffiziente Sanierungen schliessen mehrheitlich neue Heiz- und Lüftungssysteme ein. Insbesondere das Überprüfen dieser Haustechnik steht deshalb im Fokus. Die Technik muss vor Ort geprüft, reguliert und eingestellt werden, um den Betrieb - und damit auch die Energiekosten - der Immobilie zu optimieren. Dadurch rechnet sich eine Sanierung doppelt: geringe Betriebskosten und zufriedene Bewohner.

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Lesen Sie den ersten Teil dieses Beitrags. Er beschreibt den Weg von der Erstbeurteilung einer Bausubstanz und die Tragweite einer auf das Gebäude abgestimmten Strategie.

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