21.02.2017
Jeanine Troehler
Marketing/Kommunikation
Nachhaltigkeit

Sicher arbeiten – eine tägliche Herausforderung (Teil 1/2)

Tief fallen, unglücklich stolpern oder sich ungeschickt schneiden. Der Arbeitsalltag von Zimmerleuten kann gefährlich sein. Welche Gefahren lauern wo? Was können wir als professioneller und verantwortungsvoller Arbeitgeber dagegen tun?

Bis zu 13 Meter lang und 4 Meter hoch sind die in unserem Werk vorgefertigten Elemente. Um diese auf die Baustelle zu transportieren, müssen wir sie auf sogenannte Lastwagenpritschen laden, die sich ihrerseits 1 Meter über Boden befinden. Bei einer dieser Ladearbeiten, ist es vor ein paar Jahren passiert: Unser Mitarbeiter ist unglücklich aus etwa 3 Metern gestürzt. Er hat sich dabei schwere Verletzungen zugezogen. Mehrere Monate konnte er nicht arbeiten. Das ist das Schreckensszenario für jeden Sicherheitsbeauftragten, jeden Arbeitskollegen und Arbeitgeber.

Blick auf drei Pritschen mit Wandelementen in der Werkhalle

Beim Beladen einer solchen Pritsche, wie hier drei sichtbar sind, stürzte einer unserer Mitarbeiter.

Gefahren lauern – im Werk und auf der Baustelle

Die Arbeit im Werk können wir relativ sicher gestalten, denn es herrschen ideale Verhältnisse. Wir kennen die Abläufe und können jederzeit eingreifen. Doch auch hier kann Gefahr lauern: Durch herunterstürzendes Material, Handmaschinen, Gabelstapler, Fräsmaschinen, Werkzeug, etc.

Auf der Baustelle kommen die individuelle Situation des Geländes, das Bauprojekt sowie das Wetter hinzu. Besonders dem Gerüst müssen wir grosse Beachtung schenken: Steht es sicher auf dem Boden, ist überall der Seitenschutz angebracht, ist es genügend verankert? Und weitere Fragen stellen sich: Tragen unsere Montageleute die obligatorischen Helme? Sichern sie sich, wenn notwendig, mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz? Trinken sie genügend Flüssigkeit, wenn es heiss ist?

Bei einer Turnhalle wird auf 16 Metern ab Boden eine Deckenplatte montiert. Zur Sicherheit der Zimmerleute ist darunter ein Sicherheitsnetz gespannt.

Schwindelfrei müssen Zimmerleute sein, wenn sie in 16 Metern Höhe arbeiten. Dazu gehört ein Sicherheitsnetz, das unter die Arbeitsebene gespannt wird.

Bei Umbauten und Sanierungen könnte Asbest vorhanden sein. Auch bei Brandschutzisolationen, Novilon-Belägen, Faserzementplatten (Well-Eternit) oder Brandschutzkitte müssen wir achtsam sein. Leider kann unser Sicherheitsbeauftragter Beat Achermann nicht bei jeder Baustelle vor Ort die Situation überwachen und allenfalls einschreiten.

Lernende benötigen besondere Begleitung

Gerüst rund um Bodenplatte vor der Montage der Elemente, mit angebrachtem Plakat zur Sicherheit. Davor zwei Mitarbeitende mit Helm im Gespräch.

Martin Eiholzer, Verantwortlicher Lernende und Montageleiter, im Gespräch mit Verena Egli, Projektleiterin

Jedes Jahr bilden wir mehrere Lernende als Zimmerleute aus. Sie sind noch unerfahren und meist sehr mutig. Sie unterschätzen oft die Gefahren und überschätzen gleichzeitig ihre Fähigkeiten. Deshalb haben wir ein besonderes Augenmerk auf sie. Laut Suva erleiden jedes Jahr 25'000 Lernende in der Schweiz einen Arbeitsunfall. Drei dieser Unfälle enden tödlich. Das darf nicht sein. Deshalb unterstützen wir das Motto der Suva: «Keine Arbeit ist so wichtig, dass man dafür sein Leben riskiert.»

 

Sicherheits-Charta

In der Schweiz verunfallen jedes Jahr rund 250'000 Menschen bei der Arbeit. «Vision 250 Leben» heisst die Antwort der Suva auf diese hohe Anzahl schwerer Arbeitsunfälle. Ziel ist, in den nächsten zehn Jahren 250 Berufsunfälle mit Todesfolge und ebenso viele schwere Invaliditätsfälle zu verhindern. Mit der Unterzeichnung der Sicherheits-Charte helfen wir mit, dieses wichtige Ziel zu erreichen. Die «Lebenswichtigen Regeln» stehen dabei im Mittelpunkt.

Link-Icon  www.sicherheits-charta.ch 

 

Was wir für die Arbeitssicherheit unserer Mitarbeitenden sowie Lernenden tun und wie die Geschichte unseres verunfallten Mitarbeiters ausgegangen ist, erfahren Sie im nächsten Blogbeitrag.

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